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300.000 Tote durch Klimawandel

Der Kli­ma­wan­del ist in vol­lem Gange und hin­ter­lässt ver­hee­rende Fol­gen: Nach einer aktu­el­len Stu­die lei­den bereits jetzt 300 Mil­lio­nen Men­schen, zudem ver­ur­sacht der Kli­ma­wan­del pro Jahr fast 90 Mil­li­ar­den Euro an Kos­ten. Das geht aus einem Bericht zur Aus­wir­kung des Kli­ma­wan­dels her­vor, den der frü­here UN-Generalsekretär Kofi Annan in Lon­don vor­stellte. Dem­nach ster­ben pro Jahr 300.000 Men­schen an den Fol­gen der Erderwärmung.

Durch eine zer­störte Umwelt und dar­aus fol­gen­der Man­gel­er­näh­rung und Krank­hei­ten könne der Kli­ma­wan­del bis zum Jahr 2030 sogar jähr­lich den Tod einer hal­ben Mil­lion Men­schen verursachen.

Annan bezeich­nete den Kli­ma­wan­del als “größte Her­aus­for­de­rung der Mensch­heit unse­rer Zeit”. Der Bericht wurde vom “Glo­bal Huma­ni­ta­rian Forum” erstellt, einer von Annan gelei­te­ten inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tion, die zur Bewäl­ti­gung huma­ni­tä­rer Her­aus­for­de­run­gen gegrün­det wurde.

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Ark­tis im Sep­tem­ber 1979 und 2005

Wei­tere Kon­fe­renz in Bonn

Rund 3000 Teil­neh­mer aus aller Welt kom­men zu einer wei­te­ren Runde der schwie­ri­gen UN-Klimaverhandlungen in Bonn zusam­men. Sie bera­ten von Pfingst­mon­tag an für zwölf Tage über die Zukunft des glo­ba­len Kli­ma­schut­zes und ein neues Abkom­men. Das Ver­trags­werk soll Ende des Jah­res in Kopen­ha­gen beschlos­sen wer­den. Der Bon­ner Vor­kon­fe­renz lie­gen Ver­hand­lungs­texte mit noch vie­len offe­nen Punk­ten vor. Die Erwar­tun­gen sind gedämpft: Mehr als bes­ten­falls erste Annä­he­run­gen sind nach Ansicht von Beob­ach­tern nicht zu erwarten.

Es wur­den noch drei wei­tere UN-Vorkonferenzen in den nächs­ten Mona­ten ange­setzt, um im Dezem­ber in Kopen­ha­gen zu einer Lösung zu kom­men — auch auf Ebene der Staats– und Regie­rungs­chefs. Ziel ist ein Nach­fol­ge­pakt für das 2012 aus­lau­fende Kyoto-Protokoll zur Ver­min­de­rung kli­ma­schäd­li­cher Treibhausgase.

Düs­tere Pro­gnose aus den USA

Unklar ist noch das Aus­maß der künf­ti­gen Min­de­rung von Treib­haus­ga­sen – hier haben sich die Indus­trie­län­der noch nicht auf gemein­same Ziel­vor­ga­ben bis 2020 ver­stän­digt. Auch die Finan­zie­rung von kli­ma­freund­li­chen Tech­no­lo­gien und von Anpas­sungs­maß­nah­men an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels in ärme­ren Län­dern ist noch ungelöst.

Eine Schlüs­sel­rolle bei den Ver­hand­lun­gen kommt den USA zu. Nach US-Einschätzung wird der CO2-Ausstoß bis 2030 um knapp 40 Pro­zent wach­sen, wenn keine wirk­sa­men Gegen­maß­nah­men getrof­fen wer­den. Vor allem durch die stei­gende Nach­frage von Schwel­len– und Ent­wick­lungs­län­dern werde der Ener­gie­be­darf in dem Zeit­raum zwi­schen 2006 und 2030 um 44 Pro­zent wach­sen, heißt es in einer Stu­die der staat­li­chen Energie-Informationsbehörde (EIA). Trotz der zuneh­men­den Bedeu­tung von erneu­er­ba­ren Ener­gien bleibe dabei der Anteil fos­si­ler Brenn­stoffe wie Öl und Kohle wei­ter hoch. Zusam­men mit China sind die USA mit ihrem Aus­stoß an Treib­haus­ga­sen der welt­größte Klimasünder.

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Tau­sende an Demo in Australien

CO2-Ausstoß in Europa sinkt

Der­weil ist der Treibhausgas-Ausstoß der Euro­päi­schen Union im drit­ten Jahr in Folge gesun­ken. Wie die EU-Kommission in Brüs­sel mit­teilte, gin­gen die Emis­sio­nen von Koh­len­di­oxid (CO2) in den 27 Mit­glieds­län­dern zwi­schen 2006 und 2007 um 1,2 Pro­zent zurück. In den 15 alten EU-Ländern betrug das Minus sogar 1,6 Pro­zent. Die Kom­mis­sion sieht Europa damit auf einem guten Weg zur Erfül­lung sei­ner Klimaziele.

Nach dem UN-Klimaschutzabkommen von Kyoto müs­sen die 15 alten EU-Staaten ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um acht Pro­zent sen­ken. Davon sind inzwi­schen fünf Pro­zent erreicht. Deutsch­land hat die Treib­haus­gase nach den Anga­ben um 22,4 Pro­zent im Ver­gleich zu 1990 redu­ziert und das Kyoto-Ziel von minus 21 Pro­zent damit bereits erfüllt. Wesent­lich dazu beige­tra­gen hat die Abwick­lung der ost­deut­schen Indus­trie nach der Wende. Auch Län­der wie Groß­bri­tan­nien, Frank­reich oder Schwe­den ste­hen gut da.

Zu den Klima-Sorgenkindern gehö­ren Spa­nien, Ita­lien und Öster­reich. In Spa­nien nahm der CO2-Ausstoß bis 2007 um 52,6 Pro­zent zu. Erlaubt ist bis 2012 aber nur ein Plus von 15 Pro­zent. Öster­reich stieß 11,3 Pro­zent mehr Treib­haus­gase aus, Ziel ist ein Minus von 13 Prozent.

Noch zu wenig von Obama

Washing­ton hat beim Kyoto-Protokoll nicht mit­ge­macht. Der neue US-Präsident Barack Obama hat inzwi­schen aber eine füh­rende Rolle der USA beim welt­wei­ten Kli­ma­schutz ange­kün­digt und erste eigene Vor­schläge zur Emis­si­ons­min­de­rung gemacht. Bis­lang bewe­gen sich die Vor­schläge jedoch weit unter den For­de­run­gen ande­rer Län­der, von Umwelt­ver­bän­den und auch den Emp­feh­lun­gen aus der Wis­sen­schaft zum Abbrem­sen der Erderwärmung.

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