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Vegetarisch leben – Neue Auflage

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Seit Jahren eine der bedeutendsten und beliebtesten Schriften zum Thema – jetzt in erweiterter und aktualisierter Neuauflage!

Vegetarisch leben – dies ist nicht nur eine gesunde, vollwertige Ernährungsweise, sondern auch Ausdruck eines bewußten Lebensstils. Vegetarisch leben ist ein aktiver Schritt, um den destruktiven Tendenzen der modernen Zivilisation entgegenzuwirken. Denn die Nachteile des globalen Fleischkonsums werden immer offensichtlicher.

Dieses Buch aus der Taschenbuchreihe «Grundlagenwissen im Govinda-Verlag» vermittelt die wichtigsten Informationen zur Diskussion über Vegetarismus und Fleischkonsum:

  • Gesundheit und Vorbeugung durch vegetarische Ernährung
  • Fleischessen und Zivilisationskrankheiten
  • Wirtschaftliche und ökologische Problematik der Fleischproduktion
  • Ausbeutung und Hunger in den «Entwicklungsländern»
  • Tiermißhandlung durch die Fleischindustrie
  • Ethik und menschliche Verantwortung
  • Vegetarismus-Zitate aus 2500 Jahren
  • Prominente VegetarierInnen und VeganerInnen
  • Vegetarismus in den Weltreligionen
  • Kollektives Karma und die Weltsituation
  • Die Macht des einzelnen Menschen
  • Liste vegetarischer Restaurants im deutschen Sprachraum

Ein informatives Grundlagenbuch sowohl für Vegetarier als auch für kritische Fleischkonsumenten.

Hinweis: «Vegetarisch leben» erschien zum ersten Mal im August 1989 und wurde im Laufe der Jahre mit jeder Auflage immer wieder neu überarbeitet und aktualisiert. Mit einer Gesamtauflage von 440.000 Exemplaren ist «Vegetarisch leben» heute im deutschsprachigen Raum die am weitesten verbreitete Schrift zu diesem Thema.

http://www.govinda.ch/govinda-sortiment/sortiment/vegetarisch-leben.html

Vegetarier sind Klimaschützer

Foto/ Nela KönigSchauspielerin und Sängerin Katja Riemann engagiert sich jetzt erstmals für die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V.

In einem maßgeschneiderten Gemüsekleid posiert sie für gesunde Ernährung: „Vegetarier sind Klimaschützer“ lautet der Slogan des Motivs, das in Berlin von der Fotografin Nela König in Szene gesetzt wurde. Das Kleid wurde in stundenlanger Kleinstarbeit angepasst und setzt sich aus Kohl, Salat, Chilis und anderem Gemüse zusammen.

Katja Riemann ernährt sich bereits seit vielen Jahren vegetarisch: „Weil ich aus einer armen Familie komme konnten wir zu Hause nie `gutes Fleisch´ essen, sondern aßen Innereien wie Leber und Niere. Dadurch war wohl bei mir der Bezug zu Fleisch von Anfang an gestört und irgendwann habe ich mich dann nur noch vegetarisch ernährt. Mein Tipp? Lustvoll essen!“

Das Essverhalten beeinflusst stark den Klimawandel, dies belegen u.a. Studien der UN Welternährungsorganisation (FAO), des Worldwatch-Instituts, der Chicago-Universität oder des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Allein in einem Kilo Rindfleisch stecken so viele Emissionen wie in einer Autofahrt von 250km, so viel Energie wie der 20-tägige Betrieb einer 100-W-Glühbirne und so viel Wasser wie der Jahresverbrauch bei täglichem Duschen. Besonders die Abholzung der Wälder für Weideflächen und die Anpflanzung der Futtermittel belastet die Klimabilanz eines jeden Fleischessers mit jährlich etwa 1,5t CO2-Äquivalenz mehr als die eines Vegetariers oder Veganers.

Foto/ Nela König

Weitere Informationen: www.peta.de/klimawandel

Fleisch und Milchprodukte in der Werbung? Nein Danke!

Durch die Werbung für Fleisch-, Fisch-, Eier- und Milchprodukte wird den Konsumenten vorgegaukelt, sich gesund zu ernähren.

Zusätzlich wird ihm suggeriert, dass diese tierische Produkte für die Ernährung, Verdauung usw. unabdinglich sind. Es wird jedoch bewusst unterlassen, den Konsumenten die Hintergründe für die Erzeugung dieser Produkte aufzuzeigen.

Die wenigsten Menschen wissen, welchen Grausamkeiten und Qualen, von der Geburt bis zum Tod, die mitfühlenden Tiere ausgesetzt sind. Die meisten Tiere erfahren nie richtig, was Sonnenlicht ist. Die Tiere sind durch die Turbomast bedingt krank, behindert, zum Teil nicht gehfähig. Sie werden mit Antibiotika prophylaktisch versorgt, um Krankheiten vorzubeugen und ausgenutzt.

Die Tiere für die Fleischerzeugung sind einem permanenten Stress ausgesetzt. Sie stehen/liegen in engen und stinkenden Boxen, sind angebunden, werden auf Hochleistung getrimmt, sie werden auf subventionierten Tiertransporten gekarrt, ohne Futter und Wasser, um dann im Schlachthaus zu enden. Im Klartext: sie sind permanent einer unnatürlichen Lebensweise und ungesundem Stress ausgesetzt, der sich mitunter als Gift in den tierischen Produkten manifestiert! Gleiches gilt für die Biohaltung. Kein Tier wird zu Tode gestreichelt.

Die unsachgemässe Schlachtung der Tiere, die zum Teil bei vollem Bewusstsein zerlegt werden, weil entweder am Betäubungsmaterial gespart oder der Schlachter im Akkord innerhalb wenigen Sekunden die Betäubung nicht fach- und sachgemäß durchgeführt hat. Die Vergasung von Tieren, die zum Teil einen langen Todeskampf führen müssen. Künstliche Befruchtungen, Gentechnik und mit giftiger Chemie erzeugte Futtermittel usw. sind nur ein kleiner Teil der widrigen Produktion dieser Todesindustrie von Heute, damit z.B. in der Schweiz pro Kopf und Woche über 1 Kilogramm Fleisch konsumiert werden kann. Unter dem Strich hat die Schweiz also einen Tierschutz, der weltweit zu den miserabelsten gehört, gemessen an der Quantität des pro Kopf-Konsumes an ungesundem Fleisch.

Man kann nicht gleichzeitig das Töten von Tieren wollen und nicht wollen. Das ist krankhaft. Echte Tierschützer teilen Tiere nicht in Haustiere und Nutztiere ein. Die legitime Absicht es einem Tier so gut wie möglich ergehen zu lassen, ist ein Widerspruch zum Resultat, welches darin besteht, die umsorgten Ausnutztiere zielgerichtet umzubringen.

Als Tierschutz werden alle Aktivitäten des Menschen bezeichnet, die darauf abzielen, Tieren individuell ein artgerechteres Leben ohne Zufügung von unnötigen Leiden, Schmerzen und Schäden zu ermöglichen. Der Tierschutz zielt auf das einzelne Tier und seine Unversehrtheit. Das Wort Schutz beinhaltet Obhut, Zuflucht, Vorbeugung, Abwehr, Sicherheit, Hilfe, Bürgschaft, Vertrauen, Recht auf Leben. usw.

Bei Tieren handelt es sich um keine Ware wie ein Auto, sondern um fühlende Wesen. Auch der Mensch ist biologisch ein Tier, mit einer DNS-Kette ähnlich vieler Tiere.

Wissenschaftliche Studien, medizinische Fachkräfte und sogar durch Gutachten von der UNO (Der lange Schatten der Viehzucht) konnte bewiesen werden, dass der Konsum von tierischen Produkten und Junkfood für gravierende Gesundheitsprobleme verantwortlich ist und die Umwelt sowie Klimabilanz dramatisch verändert hat. Die Produkte dieser Todesindustrie sind Umwelt- und Klimaschädlich und fördern den wachsenden Hunger in der Welt. Außerdem gilt die Produktion dieser Produkte inzwischen als Hauptverursacher für die schädlichen Treibhausgase wie CO2, Methan, Lachgas und trägt zur massiven Klimaerwärmung bei.

Weil Fleisch aufgrund wissenschaftlicher Beweise auch gesundheitsschädlich ist, sollte das Fleisch, genauso wie Tabakwaren, mit folgendem Zusatz auf den Verpackungen versehen werden: “Fleisch ist gesundheitsschädlich und schadet dem Klima.”, um so auf die Gefährlichkeit für Leib, Geist und Seele der Bevölkerung hinzuweisen.

Der Großteil der Futtermittel für die Tiere wird mit Einsatz von viel zu viel giftiger Chemie produziert und ist extrem energieintensiv hergestellt. Der Konsum von Fleisch ist erwiesenermaßen ungesund und sogar schädlicher als das Rauchen von Tabakwaren.  Dieser hohe Konsum von Fleisch-, Fisch-, Eier- und Milchprodukten verursacht Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Geisteskrankheiten, Depressionen und eine endlose Reihe an heutigen sehr kostenintensiven Zivilisationskrankheiten, welche die Allgemeinheit durch ständig steigende Krankenkassenprämien, Arbeitsausfälle, Degenerierung, Folgekosten usw. zu bezahlen hat.

Werbung für Fleisch-, Fisch-, Eier-, Milchprodukte und Junkfood im Fernsehen, Radio, Printmedien, Onlinemedien und öffentlichen Veranstaltungen ist aus den oben angeführten Gründen unmoralisch und in dieser Form ethisch, politisch und wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.

Es gehört zum Grundrecht jedes Bürgers, dass er über die Produktion, Haltung, die Ausbeutung und die Schlachtung von Tieren informiert ist bzw. wird und dass keinem Tier unnötig Schaden zugefügt werden darf, laut Gesetz.  Dieses Gesetz wird von Tierproduktions-Industrie permanent verletzt und von den Behörden geduldet bzw. zum Teil genehmigt! Schlachthöfe sind heute gesichert wie Hochsicherheitsgefängnisse. Warum wohl?

Wegen diesen leidigen Tierquälereien haben viele mitfühlende Menschen aufgehört tierische Produkte zu konsumieren. Bei vielen dieser Menschen löst schon der Gedanke an Fleisch-, Fisch-,  Eier- und Milchprodukten Unbehagen, Alpträume und Übelkeit aus. Sie wehren sich damit auch gegen die unnötige und tierquälerische Tierausnutzhaltung, denn sie bedeutet für die Tiere Grausamkeit, Gewalt und Qual. Für die Akteure der  Todesindustrie spielen Tiere als fühlende Wesen keine Rolle, denn für sie sind sie ein Produkt, aus dem Profit geschlagen werden muss.

Es ist erwiesen, dass Essgewohnheiten schon im Baby- und Kindesalter festgelegt und später ganz selten wieder abgelegt werden. Deshalb setzen wir uns für ein Werbeverbot für Fleisch-, Fisch-, Eier- und Milchprodukte ein, für eine gesunde Zukunft der Gesellschaft und Umwelt.

Dieses Werbeverbot soll Kinder, Jugendliche unter 18 Jahren, Erwachsene sowie Vegetarier, Veganer  und mitfühlende Menschen, vor dem Anblick von Tierleichen und Blut schützen, vor Bildern und Tathergängen, die mit Gewalt und Ausnutzung verbunden sind. Es wird aus gesundheitlichen und Umweltgründen ein striktes Werbeverbot für Fleisch-, Fisch-, Eier- und Milchprodukten verlangt.

Das Werbeverbot soll den Verbraucher vor den gesundheitlichen Schäden dieser Produkte warnen und schützen. Der Schutz beinhaltet zudem einen positiven Effekt: Fettleibigkeit, chronische Erkrankungen und andere durch das Fleisch bedingte Zivilisationskrankheiten werden wieder rückläufig, zu hoher Konsum von Fleisch-, Fisch-, Eier- und Milchprodukten schadet nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch der Volkswirtschaft.

Besser und effektiver wäre ein zusätzliches flächendeckendes Fleischverbot analog zu den Tabakwaren und Alkoholverbote, denn für eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist Fleisch sicher nicht erforderlich, auch nicht in der Babynahrung!

Dänemark hat z.B. kürzlich auch einen Schritt in die Richtung getätigt und eine Fettsteuer eingeführt, weil die Gesellschaft so kränkelt, aufgrund der Produkte der Industrie des Todes. England fordert ihre Bevölkerung auf, den Verzehr von Fleisch einzuschränken. So liessen sich nach Expertenmeinung zehntausende von Todesfällen durch Darmkrebs und andere Erkrankungen verhindern. In Amerika raten Experten der Cornell-University im Wissenschaftsmagazin Human Ecology weniger Fleisch und Junkfood zu essen, um die marode US-Wirtschaft vor dem Untergang zu retten.

Fleisch ist im medizinischen, psychologischen, moralischen und spirituellen Bereich ungesund. Fleischkonsum ist wie Alkohol, Drogen, Tabakwaren ein Genussmittel und hat in einer gesunden Ernährung absolut nichts verloren, wie man heute aus vielen wissenschaftlichen Studien weiß. Ganz besonders gilt es die Kinder vor diesem Gift zu schützen. Fleisch ist eines der ungesündesten und umweltschädlichsten Produkte, die man heute zu kaufen bekommt.

Es ist an der Zeit einen gesunden Lebensstil und einen respektvollen Umgang mit den Tieren zu fördern und zu pflegen, denn nur ein körperlich, geistig und seelisch gesunder Mensch kann die kommenden Schwierigkeiten und Probleme richtig lösen. Profit aus Tierqual und Tierausnutzung zu machen, ist eine Schande und barbarisch.

Wir möchten eine neue nachhaltige sowie gesunde Lebensqualität, einen anständig erzeugten Wohlstand und Lebensstandard.

Wir haben genug, von gewissen “Ernährungsexperten” und Studien, welche uns im Dienste der Industrie des Todes vorgaukeln, dass man sich ohne Kadaver und dergleichen nicht gesund ernähren kann. Das pure Gegenteil ist der Fall. Tieren, Menschen und dem Planeten ging es ohne Fleischgenuss viel besser. Die weltweit größte Vereinigung von Ernährungswissenschaftlern stellen klar: “Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, frühe und spätere Kindheit und Adoleszenz. Vegetarische Ernährungsformen bieten eine Reihe von Vorteilen.”

Es darf keinem Tier unnötigen Schaden zugeführt werden, steht im Gesetz – Fleischgenuss kann keine solche Notwendigkeit sein!

 

Tierethik wird salonfähig: Anständig essen

Karen Duve hat ein Jahr lang anständig gegessen.

Bio, vegetarisch, vegan, am vegansten und frutarisch. Und sich in gewohnt nüchterner Manier dabei beobachtet. Wie jemand sich im Laufe eines Jahres verändert und wie man selbst sich ändern kann, wenn man das schon liest.

Entsetzliche Dinge geschehen in unserer Welt. Darauf macht Jiminy Grille (ein Spitzname), die Mitbewohnerin und moralische Instanz von Karen Duve, sie öfters aufmerksam. Eines Tages – es ist Dezember 2009, das Jahresende naht, das passt also gut zu guten Vorsätzen für das neue Jahr – beschließt Duve, es zu versuchen. Die leidenschaftliche Cola-Light-Trinkerin und Bratwurstesserin will versuchen, eine derjenigen zu sein, über die sich die restliche Menschheit mokiert. Eine „Menschheit, die es für so selbstverständlich ansah, dass Tiere schwer misshandelt wurden, dass sie das Einhalten eines Mindeststandards, wie den schlichten Umstand, dass Gänse auch mal an die frische Luft dürfen, für eine bemerkenswerte Sache hielt.“

Die Grausamkeit findet innerhalb der Norm statt, Tierquälerei ist gesetzlich legitimiert. Aber die Entscheidung, was sie kauft, trifft sie ja selbst. Das Geld und ihre Figur spielen auch noch eine Rolle. Und so entscheidet sich Duve, das Jahr in Zweimonatseinheiten aufzuteilen. Und eben zwanzig Prozent mehr zu bezahlen. Und sich dafür eventuell (moralisch) besser zu fühlen.

Im Januar gibt es ausschließlich Bio-Lebensmittel. Selbstredend tauchen Müsli-Fresser auf, denen Duves Anstrengungen nicht genügen. Selbstverständlich sind Bio-Produkte die unattraktivsten Produkte im ganzen Supermarktregal. Aber wenn man am richtigen Ort guckt, wird man fündig. Ein Resümee zieht Frau Duve: „Mit Verzicht hat Bio-Ernährung nichts zu tun, allenfalls mit Luxus.“

Investigativ

Die Autorin reflektiert nicht nur sich, sondern auch die Produktionsbedingungen von Bio-Waren und Supermarktware, von Fleisch, Hühnerhaltung, Milch. Sie weist nach, dass Supermarktware nur billig sein kann, weil wir sie alle durch Milliarden hohe Subventionen finanzieren, auch die Umweltkosten werden an die Allgemeinheit abgegeben. Politiker gehen mit der Landwirtschaftslobby Hand in Hand, um Konsumenten auszutricksen. Jedem Gerücht geht die Selbstversucherin nach, überprüft, interviewt, versucht zu interviewen (in ein Schlachthaus kommt sie beim besten Willen nicht hinein), sie fährt hin und überzeugt sich vor Ort. Sie beteiligt sich an Tierbefreiungsaktionen. Sie versucht, Absolution für schlechte Gewohnheiten zu erhalten, und erhält sie nicht. Also muss die Experimentatorin tatsächlich ihre Essgewohnheiten ändern, um die eigenen Vorgaben zu erfüllen. Das ist mitunter hart. Man leidet ein bisschen mit.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Speziesismus, Evolution, unsere genetischen Übereinstimmung mit anderen Tieren und unsere nicht-existierende Einzigartigkeit führen zu der Frage, ob wir wegen unserer Besonderheit (die sich von den Besonderheiten der Ameise oder des Krokodils unterscheidet) „mehr Rechte haben als alle anderen, oder ob uns die Fähigkeit zur Reflexion nicht eher mehr Verpflichtungen auferlegt.“ Allein die kognitiven Fähigkeiten heranzuziehen, reicht nicht aus, denn logischerweise argumentiert Duve: „Ein Schwein, das mitbekommt, dass es geschlachtet werden soll, schreit und wehrt sich jedenfalls genauso verzweifelt, wie es der Nobelpreisträger in dieser Situation tun würde.“

Die Tierhalterin – eine Tätigkeit, die sie im Laufes des Jahres in Frage stellt – bemüht sich auch, ihre zahlreichen Tiere (Esel, Hund, Katzen, Hühner) artgerecht zu halten. Ein Kampf, wie sich erweist. Und dass Bio-Essen nicht schmeckt, wird der Leserin nicht vorenthalten. Jedoch ist das übersichtliche Warenangebot im Bioladen psychisch entlastend. Und Schmackhaftes findet sich schließlich auch dort. Man muss nur wissen wo.

Fleisch. Milch. Eier.

Immer wieder geht es um Fleisch. Um Fleischproduktion. „Fleisch essen bedeutet also die Vernichtung riesiger Lebensmittelmengen, mit denen man 6 bis 26 Mal so viel hungrige Menschen ernähren könnte.“ Essen, vor allem Fleisch, soll billig und billiger sein. Wieso eigentlich? Tiere überhaupt zu verspeisen, auch bei der besten, artgerechtesten Haltung, ist für die rührige Schriftstellerin ein Widerspruch. Schließlich werden auch diese getötet.

Zwischen den Monaten widmet Karen Duve einzelnen Themen eigene Kapitel, wie beispielsweise zwischen Februar und März „Mitgefühl – ohne Gefühl“ oder zwischen Juni (veganer) und Juli (noch veganer) „Die Sache mit der Milch“. Im Herbst ernährt sich Duve rein frutarisch und im November 2010 stellt sie sich der Frage: „Wie geht es weiter?“

Begegnungen mit ihren Eltern, mit ihren Geschwistern und deren Gatten (einer davon ein Landwirtschaftsminister), mit Freunden und Nachbarn erwecken den Eindruck, Zeugin eines Lebens, eines Prozesses, einer Suche zu sein. Die lakonische Trockenheit, mit der Duve sich selbst und ihre vergeblichen Versuche, so zu bleiben, wie sie war, beschreibt und demontiert, ist umwerfend. Sie zeigt sich menschlich-allzumenschlich. Die Distanz zu sich selbst, in der sie schmerzhafte Selbsterkenntnisse gewinnt und diese zugleich knochentrocken, weise und amüsant kommentiert, macht sie zu einer großen Autorin – was sie bereits in ihrem autobiografischen Roman „Taxi“ bewies.

Empathie und Ethik

Da wir Menschen – nach dem Nazi-Holocaust, nach Folter und Krieg – in der Lage waren, binnen Jahrzehnten unsere Empathie auf unsere Mitmenschen auszudehnen, stellt sich nun die Frage, inwieweit wir bereit sind, diese Empathie auch auf unsere Mittiere auszudehnen.

Kluge, treffende Zeugnisse nicht nur über sich selbst, sondern über uns Menschen und unser aller Verantwortung. Komplexe Zusammenhänge zwischen weltweiter Landwirtschaft, Politik, nationalen Mafias, Welthunger, Umweltverschmutzung, Klimawandel und unserer Nahrungsaufnahme bringt Duve prägnant auf den Punkt und trifft köstliche, klare ethische Aussagen, denen man sich kaum entziehen kann.

Weshalb sollte man konsequenterweise die Finger von Milchprodukten und Eiern lassen? Ist Milch überhaupt gesund? Gibt es veganen Käsekuchen? Ist für Karen Duve Fleisch noch genießbar? Welche der neuen Essgewohnheiten hat sie liebgewonnen und möchte nicht mehr von ihnen lassen? Tja, das sollte man wirklich nachlesen, es lohnt sich!

Fiona Lorenz

Karen Duve: Anständig essen. Ein Selbstversuch. Verlag Galiani Berlin, gebunden mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-86971-028-0

Die Autorin Karen Duve ist Mitglied des Beirats der Giordano-Bruno-Stiftung. Mit dem Spiegel-Essay “Welt ohne Gott – Ein Plädoyer wider den Glauben” (30.03.2009) trat Duve als Religionskritikerin in Erscheinung