Vegetarische Ernährung als vielseitige und abwechslungsreiche Alternative zu Fleisch
Die Zahl der Vegetarier wächst und wächst – das fleischlose Ernährung immer populärer wird, zeigt schon ein kurzer Blick ins Internet: eine Fülle von Foren, Informationsseiten, Einkaufstipps, Ernährungsideen sowie unzählige vegetarische Rezepte und sogar bei den „News” findet sich die Meldung, dass selbst McDonalds demnächst aufgrund sinkender Umsatzzahlen einen „Veggie-Burger” alternativ zur üblichen Fleischauswahl anbieten will. So weit, so gut — doch was heißt es eigentlich genauer, Vegetarier zu sein? Und welche Vorteile bringt es mit sich?
Formen des Vegetarismus
Vegetarismus bezeichnet ganz allgemein eine Form der Ernährung, bei der bewusst ganz oder zum Teil auf Lebensmittel tierischer Herkunft verzichtet wird. Dabei werden – abhängig davon, welche Lebensmittel gegessen bzw. nicht gegessen werden – drei Gruppen von Vegetariern unterschieden: Veganer, Lacto-Vegetarier und Ovo-Lacto-Vegetarier.
Vegan zu leben bedeutet in diesem Fall, konsequent auf jegliche Form der Verwendung tierischer Produkte zu verzichten. Hier geht es also nicht nur darum, Fleisch und Fisch zu meiden, sondern auch Eier, Milch bzw. Milchprodukte und Honig. Hinzu kommt bei dieser Gruppe der Verzicht von Kleidung oder anderen Textilien (z.B. Daunendecken) aus tierischen Materialien, d.h. also Leder, Wolle oder Seide kommen nicht in Frage, ebenso wenig wie Hygieneartikel, Kosmetik und Medikamente, welche zuvor mit Tierversuchen getestet wurden.
Lacto-Vegetarier hingegen meiden ebenfalls jegliche Art von Fleisch und Fisch und verzehren auch keine Eier bzw. Produkte, in denen Ei enthalten ist, verzehren jedoch Milch, Milchprodukte und Honig.
Schließlich gibt es noch den so genannten Ovo-Lacto-Vegetarismus, der aufgrund seiner Ausgewogenheit und Optionsvielfalt sowie den zahlreichen Anregungen durch Vegetarische Rezepte in Kochbüchern und Internet recht problemlos umsetzbar ist und daher vermutlich die häufigste Form des Vegetarismus darstellt. Bei dieser Ernährungsweise wird ebenso wie bei den Vorgängern einzig auf alles verzichtet, „was schon mal gelebt hat” – also auf jede Art von Fleisch, Geflügel, Fisch oder anderen Meeresfrüchten. Alles andere (Milch, –produkte, Honig, Eier, Produkte mit Eiern) wird gegessen.
Welche Form des Vegetarismus gewählt wird bzw. warum sich immer mehr Menschen für eine vegetarische Ernährung entscheiden, kann natürlich je nach Person und kulturellem Hintergrund ganz verschiedene Gründe haben und z.B. ethisch, religiös, ökologisch, emotional oder gesundheitlich motiviert sein.
Motive für eine vegetarische Ernährung
So stehen bei vielen Vegetariern ethische Gründe im Vordergrund: für den eigenen Konsum soll kein Tier leiden und durch grausame Schlachtung ums Leben kommen müssen – stattdessen wird ein respektvoller Umgang mit Tieren und das Lebensrecht der Tiere eingefordert. Hinzu kommen weitere ethische Gründe wie die kategorische Ablehnung von Tiertransporten und nicht artgerechter Züchtung, Fütterung und Haltung (z.B. Massentierhaltung), aber natürlich auch die Bestürzung über Tierquälerei und Tierleid. Neben den ethischen Gründen gehört in einigen Religionen bzw. religiösen Richtungen eine vegetarische Ernährung prinzipiell dazu (z.B. bei den in Indien beheimateten Jainas) oder wird – wie im Buddhismus – stark gefördert und in den meisten Fällen klar bevorzugt. Auch ökologische Motive spielen häufig eine Rolle: Umweltbelastungen, die durch Massentierhaltungen und den Anbau von Futtermitteln entstehen, wie z.B. die Umwandlung von Regenwald und hiesigen Wäldern in Weide– und Ackerflächen, der vermehrte Einsatz von Düngemitteln oder der enorme Verbrauch von Wasser. Ebenso sind für einige Vegetarier emotionale Aspekte der Hauptgrund für eine fleischlose Ernährung — der Umgang mit Fleisch wird hier aufgrund des Aussehens oder des Geschmacks schlicht als eklig empfunden und bereitet beim besten Willen kein positives Geschmackserlebnis.
Gesundheitliche Aspekte
Nimmt man schließlich die gesundheitlichen Aspekte der jeweiligen Formen von Vegetarismus etwas genauer unter die Lupe, so lässt sich sagen, dass erwachsene Lacto– und Ovo-Lacto-Vegetarier in den meisten Fällen sehr gut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, Veganer jedoch schon ein recht gut ausgeprägtes Wissen über Ernährung haben sollten, um eventuellen Mangelerscheinungen vorzubeugen. Das betrifft insbesondere die Mineralstoffe Eisen, Calcium, Jod sowie das Vitamin B12 – so wird beispielsweise Eisen aus tierischen Lebensmitteln vom menschlichen Körper deutlich besser aufgenommen als das aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Calcium, welches besonders wichtig für das Wachstum der Knochen und als Osteoporose-Schutz ist, wird hierzulande in erster Linie durch Milch– und Milchprodukte aufgenommen – für Veganer besteht hier jedoch die Möglichkeit, die Versorgung durch dunkelgrüne Gemüse (z.B. Brokkoli), Mandeln oder Haselnüsse zu gewährleisten. Hinzu kommt der Verzicht auf Fisch und Meerestiere, die wertvolles Jod enthalten, das für eine gesunde Funktion der Schilddrüse unentbehrlich ist – daher ist es gerade für Veganer ratsam, generell jodiertes Speisesalz zu verwenden. Vitamin B12, dessen Hauptaufgaben u.a. in der Blutbildung und Zellteilung bestehen, ist nur in tierischen Lebensmitteln (sowie in ganz geringen Mengen in fermentierten wie z.B. Sauerkraut) enthalten, so dass Veganer einem Mangel hier kaum vorbeugen können. Da ein solcher Fall jedoch nicht sofort auftritt, sondern unser Körper über einen für Jahre ausreichenden Speicher verfügt, sollten Veganer lieber auf Nummer sicher gehen und regelmäßig ihren Vitamin B12-Status überprüfen lassen.
Vorteile vegetarischer Ernährung
Unterm Strich hat eine vegetarische Ernährung jedoch viele gesundheitliche Vorteile gegenüber einer „normalen” Mischkost: So leiden z.B. Vegetarier aufgrund ihrer vorwiegend pflanzlichen – und damit kalorienärmeren — Kost deutlich seltener unter Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Verzicht von Fleisch und Wurstwaren beugt außerdem der Gicht vor, da pflanzliche Lebensmittel gegenüber tierischen deutlich weniger Purine enthalten, die in hoher Konzentration Gichtanfälle auslösen können. Des Weiteren begünstigt der Verzicht von tierischen Fetten einen „normalen” Cholesterinspiegel und wird in den meisten Fällen stattdessen durch die Aufnahme von „gesunden” einfach bzw. mehrfach gesättigten Fettsäuren (durch die Verwendung von Pflanzenölen) ersetzt. Und nicht zuletzt nehmen Vegetarier zumeist reichlich Ballaststoffe auf, die sich positiv auf die Verdauung auswirken und das Darmkrebsrisiko deutlich senken können und werden durch den Verzehr von viel Obst und Gemüse optimal mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt, die für eine intakte Gesundheit elementar sind.


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