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Der typische Vegetarier Weiblich, jung, fleischlos

Mey­ers Neues Konversations-Lexikon beschrieb das Phä­no­men mit gro­ßem Befrem­den. “Vege­ta­ria­ner”, hieß es in der Aus­gabe von 1860, seien “eine Sekte aus Eng­land.” Die selt­sa­men Men­schen ver­zich­te­ten auf den Ver­zehr tie­ri­scher Lebens­mit­tel und ernähr­ten sich aus­schließ­lich von pflanz­li­cher Kost.

Jeden­falls keine Schwei­ne­rei, aber viel­leicht Hin­weis auf eine Glau­bens­rich­tung? Frü­her galt der Ver­zicht auf Fleisch als “merk­wür­dige Lehre”. Das hat sich geän­dert. Foto: iStock

Als “ers­ten Apos­tel” der Bewe­gung bezeich­nete das Lexi­kon den Bri­ten John Frank New­ton, Autor der Schrift “Return to nature, or a defense of the vegi­ta­ble regi­men”. Der Schrift­stel­ler pre­dige seine “merk­wür­di­gen Leh­ren und Deu­tun­gen” einer wach­sen­den Schar von Gläubigen.

Führt man das Bild der Gläu­bi­gen und der Sekte wei­ter, mit dem das Lexi­kon einst Vege­ta­rier beschrieb, muss man die Bewe­gung heute als Welt­re­li­gion beschrei­ben. Eine wach­sende Zahl von Men­schen ver­zich­tet dar­auf, die Pro­dukte toter Tiere zu essen. Auch in Deutsch­land ent­schei­den sich immer mehr Men­schen für Mango-Apfel-Chutney oder Soja-Medaillons statt für Brat­wurst oder Schnit­zel. Und sie haben gute Argu­mente auf ihrer Seite.

Wie viele Vege­ta­rier in Deutsch­land leben, ist schwer zu ermit­teln. Der Vege­ta­rier­bund Deutsch­land (Vebu) rech­net sie­ben bis acht Pro­zent der Bevöl­ke­rung die­ser Ernäh­rungs­weise zu — das sind etwa sechs Mil­lio­nen Men­schen. Mehr…

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