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Nach einer »Worldwatch«-Studie würde sich der Ver­zehr von weni­ger Fleisch effek­ti­ver gegen Treib­haus­gase aus­wir­ken als eine neue Energiepolitik.

Die fried­lich wie­der­käu­ende Kuh ist nach Anga­ben des »World­watch Insti­tute« ein stark unter­schätz­ter Kli­ma­kil­ler. Etwa die Hälfte der men­schen­ver­ur­sach­ten Treib­haus­gase ent­stehe bei der Nutz­tier­hal­tung und der Ver­ar­bei­tung von Tier­pro­duk­ten, warnte das US-amerikanische Insti­tut in einer neuen Studie.

Viele Kli­ma­stu­dien unter­schätz­ten die Bedeu­tung der Rin­der, Schafe, Kamele, Zie­gen und ande­rer Nutz­tiere, bemän­gelte das Öko-Institut in der jüngs­ten Aus­gabe sei­nes Maga­zins »Worldwatch«.

Atem der Nutz­tiere ver­ur­sacht 14 Pro­zent der Treibhausgase

Danach muss man auch das von den Nutz­tie­ren aus­ge­at­mete Koh­len­di­oxid CO2 in die Treib­haus­gas­rech­nung ein­be­zie­hen. Nutz­tier­at­mung allein ver­ur­sa­che etwa 14 Pro­zent der von Men­schen ver­ur­sach­ten Treibhausgase.

Die­ser Fak­tor werde bei UN-Klimarechnungen nicht beach­tet mit der Begrün­dung, die Tiere frä­ßen Pflan­zen­ma­te­rial, und bei der Pho­to­syn­these hät­ten die Pflan­zen CO2 aus der Atmo­sphäre ent­fernt, daher bestehe ein Gleichgewicht.

Viele Mil­li­ar­den Tiere mehr als früher

Diese These lasse sich aber nicht hal­ten, wider­spra­chen die Ver­fas­ser der »Worldwatch«-Studie. Heut­zu­tage gebe es näm­lich viele Mil­li­ar­den Nutz­tiere mehr als vor Jahr­zehn­ten, und die »pho­to­syn­the­ti­sche Kapa­zi­tät der Erde« lasse nach wegen der Zer­stö­rung der Wäl­der, die groß­flä­chig vom Wei­de­land ver­drängt würden.

Rinder-Atem so schäd­lich wie ein Auto-Auspuff

So gese­hen, sei das CO2 im Rin­de­ra­tem so schäd­lich wie das aus dem PKW-Auspuff. Eine beson­dere Kli­ma­ge­fahr gehe von Methan aus, einem der stärks­ten Treib­haus­gase. 37 Pro­zent des durch mensch­li­che Akti­vi­tät erzeug­ten Methan ent­stehe bei der Viehhaltung.

Methan bil­det sich im Ver­dau­ungs­trakt der Tiere und wird beim Wie­der­käuen freigesetzt.

Treib­haus­gase fal­len nach Dar­stel­lung des »World­watch Insti­tute« in gro­ßem Umfang auch beim Ver­ar­bei­ten von Fleisch, bei der Küh­lung, beim Trans­port sowie bei der Ver­ar­bei­tung der Abfall­pro­dukte an.

Pflanz­li­che Ernäh­rung effek­ti­ver als erneu­er­bare Energiequellen

Das Insti­tut räumte in sei­ner Stu­die aller­dings ein, dass es nicht genug harte Zah­len über die Aus­wir­kun­gen der bei der Nutz­tier­hal­tung ent­ste­hen­den Treib­haus­gase gebe. Schon bei der zugrunde geleg­ten Zahl der Nutz­tiere gin­gen die Anga­ben auseinander.

Es sei aber anzu­neh­men, dass man durch eine Ver­rin­ge­rung der Tier­hal­tung und eine Hin­wen­dung zu pflanz­li­cher Nah­rung den Kli­ma­wan­del effek­ti­ver bekämp­fen könne als mit erneu­er­ba­ren Energiequellen.

Umstel­len der Ess­ge­wohn­hei­ten würde schnel­ler wirken

So wich­tig eine neue Ener­gie­po­li­tik sei, eine Umstel­lung bei den Essens­ge­wohn­hei­ten würde schnel­ler wir­ken, erklär­ten die »Worldwatch«-Forscher. epd

Inter­net: www.worldwatch.org

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