Fleischkonsum zerstört den Regenwald

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Fleisch­kon­sum

Wer Fleisch kon­su­miert, schä­digt damit in den meis­ten Fäl­len den Regen­wald und die Sozi­al­struk­tur in den Län­dern, in denen das Fut­ter­mit­tel Soja ange­baut wird. Das berich­ten Exper­ten aus der Fut­ter– und Lebens­mit­tel­in­dus­trie und For­schung auf einer inter­na­tio­na­len Tagung an der Freien Uni­ver­si­tät Bozen http://www.unibz.it/de , die sich dem Soja­an­bau und sei­nen ökolo­gi­schen und sozia­len Fol­gen wid­met. Dis­ku­tiert wur­den vor allem die Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen von gen­tech­nik­freiem, nach­hal­ti­gen Soja. “Es gibt bereits genü­gend Ange­bot an nach­hal­tig pro­du­zier­tem Soja. Den­noch beträgt die­ser Anteil erst rund ein Zehn­tel des Soja­mark­tes”, betont Axel Hein, Mode­ra­tor der Ver­an­stal­tung und Experte für Nach­hal­tig­keit bei WWF Öster­reich http://www.wwf.at , im pressetext-Interview.

Der Anbau von han­dels­üb­li­chem Soja hat dras­ti­sche soziale, ökolo­gi­sche und auch gesund­heit­li­che Fol­gen. “Einer­seits wer­den für die Errich­tung von Soja­fel­dern große Flä­chen von Regen­wald und Savanne gero­det, was groß­flä­chige Ero­sio­nen nach sich zieht. Gleich­zei­tig sorgt Soja damit für die Ver­drän­gung von Klein­bau­ern durch Groß­grund­be­sit­zer, deren Plan­ta­gen nur wenige Arbei­ter benö­ti­gen, was einen völ­li­gen Struk­tur­wan­del zur Folge hat”, so Hein. Aus­beu­tung und Sklaverei-ähnliche Arbeits­be­din­gun­gen seien hier durch­aus die Regel, zudem mache das gen­tech­nisch ver­än­derte Saat­gut die Bau­ern von den Kon­zer­nen, die sie belie­fern, völ­lig abhän­gig. “Ein gro­ßes Pro­blem sind auch die durch die Mono­kul­tu­ren not­wen­di­gen Che­mi­ka­lien. Sie belas­ten das Grund­was­ser vor Ort und wer­den auch auf dem Luft­weg wei­ter ver­brei­tet. Dadurch lei­det die Gesund­heit der Men­schen der Region. Doch auch die Soja-Endprodukte wer­den somit stär­ker mit Che­mi­ka­lien belas­tet”, erklärt der WWF-Experte.

Dass es eine Lösung für die­ses Pro­blem gibt, zei­gen seit 2004 die “Bas­ler Kri­te­rien”. Soja, das unter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben erzeugt wird, ist mit ver­schie­de­nen Garan­tien belegt, die mög­li­che nega­tive Aus­wir­kun­gen der Pro­duk­tion aus­schlie­ßen. Dar­un­ter befin­det sich die Ein­hal­tung der gel­ten­den Gesetze, der Erhalt von Boden– und Was­ser­qua­li­tät durch geeig­nete Anbau­me­tho­den, der Ver­zicht auf gen­tech­nisch ver­än­der­tes Saat­gut und auf Umwand­lung von Pri­mär­ve­ge­ta­tion und geschütz­ten Flä­chen in Acker­land. “Jedoch auch soziale Kom­po­nen­ten wer­den berück­sich­tigt, wie etwa exis­tenz­si­chernde Löhne, Ver­bot von Kin­der– und Zwangs­ar­beit, sozial nach­hal­tige Land­nut­zung und lücken­lose Rück­ver­folg­bar­keit”, so Hein. Jähr­lich wer­den welt­weit bereits über zwei Mio. Ton­nen Soja erzeugt, das nach die­sen Kri­te­rien zer­ti­fi­ziert ist, wes­halb deren Ver­kauf keine Frage der Ver­füg­bar­keit sei.

Viel­mehr hinkt der­zeit die Nach­frage nach nach­hal­ti­gem Soja dem Ange­bot hin­ter­her. “Fleisch­kon­su­men­ten ist nicht bewusst, was sie kau­fen. Mar­ke­ting­ab­tei­lun­gen von Han­dels­ket­ten soll­ten sich daher die Bewusst­seins­bil­dung stär­ker zur Auf­ga­ben neh­men, wenn sie ihre Cor­po­rate Social Respons­a­bi­lity ernst neh­men.” Umwelt­freund­li­ches Soja sei nur wenig teu­rer als gen­tech­nisch her­ge­stell­tes. Die Preis­dif­fe­renz könne jedoch durch eine klare Aus­lo­bung von gentechnik-freiem Fleisch wett­ge­macht wer­den, wofür es jedoch bis­her zu wenig klare Kenn­zeich­nun­gen geben. Wich­tig sei es auch, die Bas­ler Kri­te­rien in beste­hende Qua­li­täts­stan­dards zu über­neh­men. “Außer dem Bio-Label gibt es der­zeit keine Sicher­heit dafür, dass man durch den Ein­kauf von Fleisch nicht die Erzeu­ger­län­der sozial und ökolo­gisch schä­digt”, schließt der Umweltexperte.

Aus­sen­der: pressetext.austria

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