Ozeanerwärmung setzt Methan frei

Bir­ming­ham (pte/17.08.2009/06:10) — Die Frei­set­zung des Treib­haus­ga­ses Methan aus Methan­hy­drat, eine seit län­ge­rem pro­phe­zeite Folge der wär­me­ren Mee­res­tem­pe­ra­tu­ren, ist bereits voll im Gang. Das haben nun erst­mals eng­li­sche und deut­sche Mee­res­for­scher bewie­sen. Auf For­schun­gen am Schiff James Clark Ross im Nord­po­lar­meer konn­ten sie per Echolot-Messungen 250 Methangas-Blasenquellen ent­de­cken, die auf die Erwär­mung der Was­ser­tem­pe­ra­tur um ein ein­zi­ges Grad zurück­ge­hen. Die Ergeb­nisse ihrer For­schungs­reise ver­öf­fent­lich­ten die Wis­sen­schaft­ler in der Fach­zeit­schrift Geo­phy­si­cal Rese­arch Letters.

Man weiß heute, dass Methan unter bestimm­ten Bedin­gun­gen aus Methan­hy­drat frei­ge­setzt wird. Methan­hy­drat ist eine eis­ähn­li­che Sub­stanz aus Was­ser und Methan, die in grö­ße­ren Mee­res­tie­fen in Sedi­men­ten treibt. Unter hohem Druck und nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren ist Methan­hy­drat sta­bil, was im Meer vor dem Spitzbergen-Archipel der­zeit in Was­ser­tie­fen von 400 Metern der Fall ist. Vor 30 Jah­ren war diese Sta­bi­li­tät jedoch noch bei 360 Metern gege­ben. In die­ser Zeit hat sich die nach Nor­den ver­lau­fende Mee­res­strö­mung die­ser Region um bloß ein Grad erwärmt. Die Ent­de­ckung der For­scher stellt nicht nur den ers­ten bis­he­ri­gen Nach­weis die­ses Vor­gangs dar, son­dern über­raschte auch auf­grund ihrer Deutlichkeit.

Der Groß­teil des aus den Mee­res­tie­fen frei­ge­setz­ten Methans wird im Was­ser auf­ge­löst und trägt zur Ver­säue­rung des Was­sers bei, bevor es die Atmo­sphäre erreicht. Das Auf­stei­gen nach sei­ner Frei­set­zung aus Methan­hy­drat geschieht Etap­pen­weise und ist nicht vor­her­sag­bar. “Falls sich die­ser Vor­gang an den ark­ti­schen Kon­ti­nen­tal­rän­dern wei­ter aus­brei­tet, könn­ten bald dut­zende Mega­ton­nen Methan pro Jahr in den Ozean frei­ge­setzt wer­den. Das ent­spricht bis zu zehn Pro­zent der welt­wei­ten Gesamt­menge an die­sem Treib­haus­gas, die jähr­lich durch natür­li­che Quel­len frei­ge­setzt wird”, warnt For­schungs­lei­ter Gra­ham Westbrook.

Abstract des Ori­gi­nal­ar­ti­kels unter http://www.agu.org/pubs/crossref/2009/2009GL039191.shtml

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