WHO warnt vor Ausbreitung der Schweinegrippe
Ein in Mexiko grassierendes gefährliches Grippevirus hat die internationalen Gesundheitsbehörden alarmiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt gar vor einer weltweiten Pandemie.
In Mexiko seien bislang bis zu 68 Menschen an Grippe gestorben, bestätigte die WHO. In 20 Fällen wurde die spezielle Virusvariante bislang als Schweinegrippe (A/H1N1) identifiziert. Bei 42 weiteren Grippetoten sei das neue Virus noch nicht nachgewiesen, sagte die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Fadela Chaib.
In den USA waren acht Menschen – vor allem an der Grenze zu Mexiko – durch das Virus A/H1N1 an Grippe erkrankt. Allen gehe es inzwischen aber wieder besser. In Mexiko gibt es 1004 Verdachtsfälle.
Sowohl in Mexiko als auch in den USA hatte der Virus typische Grippe-Symptome wie Schnupfen, Husten, hohes Fieber und Halsschmerzen ausgelöst. Vor allem in Mexiko hatten sich daraus Lungenentzündungen entwickelt.
Umfangreiche Massnahmen ergriffen
Mexiko ergriff unterdessen umfangreiche Massnahmen, um eine Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Bereits am Freitag waren alle Schulen und Universitäten geschlossen worden. Grossveranstaltungen in der Hauptstadt mit ihren rund 20 Millionen Einwohnern und im Staat Mexiko wurden abgesagt. Wichtige Fussballspiele werden ohne Publikum ausgetragen.
Die Regierung rief die Menschen auf, bei der Begrüssung auf Händeschütteln und Küsse zu verzichten. Viele Fahrgäste der U-Bahn schützten ihre Gesichter mit Atemmasken. Kinos und Museen blieben geschlossen.
Auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte dem neuen Schweinegrippevirus den Kampf an. Er kündigte an, rigoros und gründlich gegen die Seuche vorzugehen. Internationale und US-Experten seien herangezogen worden, um der Krankheit möglichst schnell auf den Grund zu gehen, erklärte Schwarzenegger.
Der Direktor des kalifornischen Zentrums für ansteckende Krankheiten betonte, dass die hohe Zahl der Krankheitsfälle äusserst ungewöhnlich sei. Mit weiteren Fällen müsse gerechnet werden. In Kalifornien infizierten sich bislang sechs Menschen.
WHO ermahnt zu «erhöhter Wachsamkeit»
Die WHO ihrerseits warnte vor einer weltweiten Epidemie. Der neue Erreger habe das «Potenzial für eine Pandemie, weil sie Menschen infiziere», sagte WHO-Generalsekretärin Margaret Chan. Ob es wirklich dazu kommen werde, sei noch zu früh zu sagen, erklärte Chan.
Der Ausbruch stelle aber eine ernsthafte Situation dar. Die Krankheit, die von Experten bislang nur ungenügend verstanden werde, verbreite sich schnell. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, dass die Grippe auch in anderen Teilen der Welt ausgebrochen sei. Chan ermahnte alle bisher noch nicht betroffenen Länder zu «erhöhter Wachsamkeit».
Mysteriöser Virus
Die Virusvariante von A/H1N1 war laut WHO bisher nicht bei Schweinen oder beim Menschen identifiziert worden. Studien zufolge tragen allerdings bis zu 50 Prozent aller Schweine in Herden in den USA den Erreger in sich.
Bei vielen der infizierten Menschen in den USA steht aber schon jetzt fest, dass sie keinen Kontakt mit Schweinen hatten. Somit bleibt es für die Fachleute vorerst ein Rätsel, wie sie sich angesteckt haben. Die WHO spricht davon, dass die Ausbreitung der Grippe vor allem auf junge, sonst gesunde Erwachsene, Sorgen bereite.
Quelle: SF.TV
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